Grabstein Gerschom ben Jehuda
Zu den im Stadtgebiet wiederentdeckten Funden aus dem Mittelalter gehört der Gedenkstein von Gerschom ben Jehuda. Er ist bekannt unter dem Ehrennamen „Unser Lehrer Gerschom, Leuchte des Exils“ (Rabbenu Gerschom Me'or Hagolah). Als einer der einflussreichsten rabbinischen Gelehrten des Abendlands wirkte Gerschom ben Jehuda um die Jahrtausendwende an der Mainzer Talmudschule. Gerschom ben Jehudas Verordnungen des religiösen Rechts (Takkanot) waren so richtungsweisend, dass sie in den folgenden Jahrhunderten immer wieder bestätigt wurden. Seine Takkanot prägten das aschkenasische Judentum maßgeblich, etwa die Verordnungen zur endgültigen Abschaffung der Mehrehe oder zur Einführung des Briefgeheimnisses. Frauen räumte er ein Mitspracherecht bei der Scheidung ein.
Kompaktinfo
Grabstein für Gerschom ben Jehuda
Datierung: Vermutlich 12. Jahrhundert; Der Originalstein wurde wahrscheinlich in den Kreuzzugspogromen 1096 zerstört.
Material: weißgrauer Muschelkalk
Sichtbare Maße: 50 cm x 40 cm x 35 cm
Memorstein für Gerschom ben Jehuda (960- 1020 oder 1040) bekannt auch als Rabbeinu Gerschom Me'Or Hagolah d.h. „unser Lehrer Gerschom, Leuchte des Exils“. Gerschom ben Jehuda gründete in Mainz eine Talmudakademie, die Schüler und Gelehrte aus ganz Europa anzog.
Weitere Informationen: Steinheim-Institut, Epidat