Grabstein Meschullam ben Kalonymos

Die Blütezeit des jüdischen Mainz begann mit der aus Lucca (Italien) zugewanderten Familie Kalonymos. Moses ben Kalonymos, Meschullams Vater, wird die Gründung der Gemeinde Magenza Mitte des 10. Jahrhunderts zugeschrieben. Unter dem Einfluss der Familie Kalonymos entwickelte sich Mainz zum Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Meschullam ist vor allem für seine liturgische Dichtung bekannt. Er verfasste zudem Texte zur „Halacha des Handels und Wirtschaftens“ und begründete damit am Rhein eine Talmud-Interpretation nach dem Vorbild der jüdischen Akademien in Babylonien, dem historischen Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Sein Gedenkstein wurde 1859 beim Bau der Rheinuferbefestigung für die Hessische Ludwigsbahn gefunden, zusammen mit etwa 100 weiteren Grabsteinen. Die Grabinschrift würdigt ihn mit dem Worten „Unser Lehrer Meschullam“ (Rabbana Meschullam).

Kompaktinfo

Grabstein für Meschullam ben Kalonymos

Datierung: 1. Hälfte 11. Jh.
Material: Kalkstein
Sichtbare Maße: 60 cm x 66 cm x 14,5 cm

Stein für Meschullam ben Kalonymos (gestorben um 1000/1015), Oberster Rabbiner in Mainz, auch genannt „der Große“. Der Stein ist der älteste identifizierte Stein auf dem Denkmalfriedhof.

Weitere Informationen: Steinheim-Institut, Epidat