Talmud
Was ist der Talmud?
Der Talmud („Studium, Lehre“) ist nach der Tora das bedeutendste Werk des Judentums. Diese umfangreiche Sammlung der mündlichen Lehre enthält Auslegungen und Rechtsentscheidungen jüdischer Gelehrter aus vielen Jahrhunderten. Der Talmud ist eine Art „Wegweiser“ für das jüdische Religionsgesetz (Halacha). Er erläutert, wie Rechtsvorschriften, Toragesetze und rabbinische Vorschriften im Alltag verstanden und angewendet werden sollen. Es gibt zwei Fassungen: den Jerusalemer Talmud und den Babylonischen Talmud.
Gut zu wissen – Glossar
Tosafisten
Der französische Rabbiner Raschi aus Troyes studierte in Magenza und Warmaisa. Danach stellte er sich der großen Herausforderung, den gesamten Talmud mit Kommentaren zu versehen. Diese sind bis heute ein fester Bestandteil jeder gedruckten Talmud-Ausgabe. Nach Raschis Tod (1105) bis ins 13. Jahrhundert fügten bedeutende Schriftgelehrte den Kommentaren des großen Meisters Ergänzungen (Tosafot) hinzu. Man nennt sie deshalb „Tosafisten“.
Tora
Die Tora („Weisung“) ist die Grundlage jüdischen Lebens. Sie umfasst die fünf Bücher Mose und wird im Laufe eines Jahres in wöchentlichen Abschnitten in der Synagoge gelesen. Die Tora ist die Hauptquelle für jüdisches Recht, Ethik und Bräuche. Die hebräische Bibel (Tanach) besteht aus drei Teilen: der Tora, den Propheten und den Schriften. Der Tanach entspricht im Christentum dem Alten Testament.
Halacha
Unter Halacha („Vorgehensweise“) versteht man die Gesamtheit der Gesetze und Vorschriften, die alle Lebensbereiche regeln, von zwischenmenschlichen Beziehungen und rituellen Vorschriften bis hin zu straf- und zivilrechtlichen Aspekten. Vor allem ist die Halacha eine mündliche Auslegung der 613 Gebote und Verbote (Mitzwot) der Tora, die sich im Laufe der Geschichte immer weiterentwickelt.